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Das Foto selbst

Lebenslauf Österreich: Foto ja oder nein – und wohin?

In österreichischen Bewerbungsunterlagen ist das Foto Konvention, nicht Pflicht — und die Konvention hĂ€lt sich hier hartnĂ€ckiger als in Deutschland. Aufbau, Platzierung, Deckblatt und der Vergleich AT/DE.

8 Min. Lesezeit

Kurz und direkt: In österreichische Bewerbungsunterlagen gehört ĂŒblicherweise ein Foto — Pflicht ist es nicht. Es sitzt oben auf der ersten Seite des Lebenslaufs, neben dem Kontaktblock, konservativ rechts. Ein Deckblatt brauchst du dafĂŒr nicht. Und wenn die Ausschreibung ausdrĂŒcklich kein Bild will, gilt die Ausschreibung.

Der interessantere Teil der Frage ist, wie stark das erwartet wird. In Deutschland ist die Norm seit dem AGG spĂŒrbar in Bewegung, anonymisierte Verfahren nehmen zu, ein Lebenslauf ohne Bild fĂ€llt dort kaum noch auf. In Österreich ist diese Bewegung nie so weit gekommen. Unterlagen ohne Foto werden nicht aussortiert, aber sie weichen sichtbarer von der Erwartung ab. Wer bewusst darauf verzichtet, sollte das also als Entscheidung tun und nicht, weil gerade kein aktuelles Bild da ist.

Wie österreichische Bewerbungsunterlagen aufgebaut sind

Der Begriff, den du in Österreich hörst, ist Bewerbungsunterlagen — nicht „Bewerbungsmappe“ und nicht das schweizerische „Dossier“. Gemeint ist in aller Regel eine einzige PDF-Datei mit dieser Reihenfolge:

  1. Bewerbungsschreiben (auch Motivationsschreiben genannt) — eine Seite, nie mehr.
  2. Lebenslauf — eine bis zwei Seiten, antichronologisch, die aktuellste Station zuoberst. Hier sitzt das Foto.
  3. Zeugnisse und Nachweise — Maturazeugnis oder LehrabschlussprĂŒfung, StudienabschlĂŒsse, Dienstzeugnisse, relevante Kurse und Zertifikate.
  4. Optional ein Deckblatt ganz vorne, wenn du eines willst.

Ein österreichisches Dienstzeugnis ist ĂŒbrigens ĂŒblicherweise knapp und rein sachlich gehalten. Die deutsche Tradition ausfĂŒhrlich beurteilender Arbeitszeugnisse mit ihren Formelcodes gibt es hier in dieser Form nicht — wundere dich also nicht, wenn deine Zeugnisse dĂŒnner ausfallen als die deutscher Mitbewerber. Das ist normal und wird nicht gegen dich gelesen.

Wohin genau das Foto kommt

Drei Regeln, und die dritte ist die, an der die meisten Unterlagen scheitern.

  • Oben auf Seite eins. Neben oder ĂŒber dem Kontaktblock. Rechts oben ist die konservative Variante und passt immer; links oben funktioniert, wenn das Layout darauf abgestimmt ist.
  • Hochformat, Kopf und Schultern. Kein Querformat, kein Ganzkörperbild, keine ausgeschnittene Person aus einem Gruppenfoto. Konkrete Maße und Auflösungen stehen im Ratgeber zu GrĂ¶ĂŸe und Format.
  • Nicht ins Bewerbungsschreiben. Der Brief bleibt ein Brief. Ein Foto im Anschreiben wirkt unruhig, und spĂ€testens wenn es auch im Lebenslauf steht, hast du dasselbe Gesicht zweimal in derselben PDF.

Das Foto soll groß genug sein, dass man dich erkennt, und klein genug, dass die erste Seite noch nach Lebenslauf aussieht und nicht nach PortrĂ€tseite. Ein Bild, das ein Drittel von Seite eins fĂŒllt, verdrĂ€ngt genau die Inhalte, die dich in die zweite Runde bringen.

Österreich und Deutschland im direkten Vergleich

Lebenslauf-Konventionen: Österreich und Deutschland
PunktDeutschlandÖsterreich
Foto im LebenslaufKonvention, aber sichtbar in Bewegung — fotolos fĂ€llt kaum noch aufKonvention, deutlich weniger in Bewegung — fotolos fĂ€llt eher auf
Rechtsrahmen GleichbehandlungAGGGleichbehandlungsgesetz (GlBG)
PlatzierungOben rechts auf Seite eins oder aufs DeckblattIdentisch
DeckblattOptional, eher rĂŒcklĂ€ufigOptional, ebenfalls kein Muss
LĂ€nge des LebenslaufsEin bis zwei Seiten, antichronologischIdentisch
AnschreibenAnschreibenBewerbungsschreiben oder Motivationsschreiben
SchulabschlussAbiturMatura
BerufsausbildungAusbildung, IHK-AbschlussLehre, LehrabschlussprĂŒfung (LAP)
Wehr- bzw. ErsatzdienstWehrdienst, BundesfreiwilligendienstPrÀsenzdienst, Zivildienst
Auszeit fĂŒr KinderElternzeitKarenz
Erster MonatJanuarJĂ€nner
Zeugnisse vom ArbeitgeberQualifiziertes Arbeitszeugnis, oft mehrseitig und beurteilendDienstzeugnis, ĂŒblicherweise knapp und sachlich
ArbeitsmarktbehördeAgentur fĂŒr Arbeit, JobcenterAMS — nie „Arbeitsamt“
Lebenslauf-Konventionen: Österreich und Deutschland

Wenn du dich aus Deutschland heraus in Österreich bewirbst, passt du das Dokument an diese Begriffe an — und lĂ€sst das Bild, wie es ist. Ein gutes PortrĂ€t ist nicht lĂ€nderspezifisch. Die weiteren Unterschiede rund um Behörde, Fotohandel und Steuer sammelt Bewerbungsfoto Österreich.

Die Deckblatt-Frage

Ein Deckblatt ist in Österreich optional und fĂŒr die meisten Bewerbungen kein Vorteil. Es kostet eine Seite Aufmerksamkeit, bevor ĂŒberhaupt Inhalt kommt, und wer es unsauber baut, wirkt eher nach Vorlagensammlung als nach Sorgfalt.

Sinnvoll wird es in drei FĂ€llen:

  • Viele Beilagen. Wenn deine PDF zehn Seiten Zeugnisse enthĂ€lt, hilft ein Deckblatt mit InhaltsĂŒbersicht beim Navigieren.
  • Gestalterische Berufe. Grafik, Fotografie, Architektur, Mediendesign — hier ist das Layout selbst eine kleine Arbeitsprobe.
  • Du willst ein grĂ¶ĂŸeres Foto zeigen. Dann gehört das große Bild aufs Deckblatt und im Lebenslauf steht ein kleines oder gar keines. Zwei große Fotos in derselben Datei wirken redundant.

Wenn du dich ĂŒber ein Online-Portal bewirbst, gewinnt immer das Formular. Hat das Portal ein eigenes Feld fĂŒrs Foto, lade es dort hoch statt zusĂ€tzlich ins PDF. Verlangt es Lebenslauf und Schreiben als getrennte Dateien, hĂ€ltst du dich daran — auch wenn die österreichische Konvention zusammenhĂ€ngende Unterlagen vorsieht. Und ein Deckblatt in einem Portal-Upload ist fast immer verlorener Platz.

Wann du in Österreich bewusst ohne Foto bewirbst

Es gibt gute GrĂŒnde, und einen schlechten.

  1. Die Ausschreibung sagt es. Manche Arbeitgeber bitten ausdrĂŒcklich darum, kein Bild beizulegen. Das ist eine bewusste Entscheidung des Unternehmens — halte dich daran, auch wenn du ein gutes Foto hĂ€ttest.
  2. Das Portal sieht keines vor. Wo kein Feld ist, drÀngst du keines hinein.
  3. Anonymisiertes Verfahren. Kommt vor allem in Teilen der öffentlichen Verwaltung und bei international gefĂŒhrten Auswahlprozessen vor. Dort ist das Bild nicht nur unnötig, sondern störend.
  4. Du bewirbst dich international. FĂŒr eine Stelle, die aus London oder den USA heraus besetzt wird, ist ein Foto im CV unĂŒblich bis irritierend — unabhĂ€ngig davon, dass der Arbeitsort Wien ist.

Der schlechte Grund: weil du gerade kein aktuelles Bild hast. Das ist nachvollziehbar, aber es ist eine LĂŒcke, kein Konzept — und in Österreich fĂ€llt sie eher auf als in Deutschland. Ob ein Foto ĂŒberhaupt verlangt werden darf und was daran freiwillig ist, klĂ€rt Bewerbungsfoto: Pflicht oder freiwillig? — beachte dabei, dass dieser Artikel die deutsche Rechtslage beschreibt und in Österreich das GlBG gilt.

Was neben dem Foto in den Kontaktblock gehört

Direkt neben dem Bild steht der Block, der ĂŒber dich Auskunft gibt. Was in Österreich ĂŒblich ist:

  • Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse — Standard. Eine seriöse Mailadresse, nicht die aus der Schulzeit.
  • Geburtsdatum ist verbreitet und wird nicht als heikel empfunden. Freiwillig ist es trotzdem.
  • StaatsbĂŒrgerschaft und, falls relevant, der Aufenthaltstitel beziehungsweise die Arbeitserlaubnis. Das ist keine Neugier, sondern ein praktischer Filter — gib es an, wenn es eine Frage aufwirft, die du sonst im Telefonat klĂ€ren mĂŒsstest.
  • Familienstand ist optional und wird zunehmend weggelassen. Niemandem fĂ€llt das Fehlen auf.
  • Ein Link auf dein berufliches Profil, wenn du eines pflegst. Wie ein Profilbild dort aussehen sollte, steht in LinkedIn-Profilbild — und ja, es darf dasselbe Gesicht sein wie im Lebenslauf, das ist sogar gut.
  • Ort, Datum und Unterschrift unter dem Lebenslauf sind in Österreich verbreitet, aber kein Muss. Bei einer reinen PDF-Bewerbung genĂŒgt eine eingefĂŒgte Signatur.

Das Foto selbst: was in Österreich funktioniert

Handwerklich unterscheidet sich das Bewerbungsfoto in Österreich nicht von einem deutschen. Die Logik ist immer dieselbe: eine halbe Stufe formeller als der Alltag im Zielberuf. Ein BĂŒrojob heißt Hemd oder Bluse, ein Handwerksbetrieb heißt sauberes einfarbiges Oberteil, eine Kanzlei heißt Sakko. Details nach Branche stehen in der Kleidungsberatung.

  • Aktuell. PrĂŒffrage: WĂŒrde man dich am Empfang daran wiedererkennen? Wenn nein, ist es zu alt, egal wie gut es ist.
  • Freundlich, nicht streng. Ein leichtes LĂ€cheln mit erreichten Augen schlĂ€gt den neutralen Passbildblick deutlich. Wie du es hinbekommst, wenn es nicht von selbst kommt, steht in LĂ€cheln auf dem Bewerbungsfoto.
  • Ruhiger Hintergrund. Einfarbig oder unauffĂ€llig unscharf. Keine Wohnzimmerwand mit Bilderrahmen.
  • Keine Filter, keine HautglĂ€ttung. Ein geglĂ€ttetes Gesicht wirkt nicht professioneller, sondern unecht — und im GesprĂ€ch sitzt ein Mensch mit Poren am Tisch.

Bewerbungsfoto und Passbild sind zwei verschiedene Dinge. KI-generierte PortrĂ€ts sind fĂŒr Reisepass, Personalausweis und FĂŒhrerschein nicht zulĂ€ssig. Wenn du beides brauchst, plane zwei getrennte Besorgungen ein.

Die vier hÀufigsten Fehler in österreichischen Unterlagen

Das deutsche Vokabular. „Abitur“, „Elternzeit“, „Januar 2019“ — fĂ€llt sofort auf. Nicht negativ, aber es markiert dich als auswĂ€rtig, und das willst du nicht unbeabsichtigt tun.

Das verzerrte Bild. Ein quadratisches Foto in einen hochformatigen Platzhalter gezogen — Word und Pages ziehen es auseinander. Schneide die Datei vorher im richtigen VerhĂ€ltnis zu, dann setze sie ein.

Das Foto rutscht auf Seite zwei. Passiert, wenn du den Lebenslauf nachtrÀglich erweiterst und das Bild nicht am Textfluss verankert ist. Vor dem Export ins PDF einmal komplett durchscrollen.

Zwei verschiedene Gesichter. Ein Bild auf dem Deckblatt, ein anderes aus einer anderen Lebensphase im Lebenslauf. Aus einem Set stammend wirken beide wie ein Dokument; zusammengesucht wirken sie wie zwei.

Ein Set statt eines Bildes

Praktisch fĂŒr österreichische Unterlagen ist, aus einer Sitzung mehrere Zuschnitte zu bekommen: den engeren fĂŒrs Hochformat im Lebenslauf, einen grĂ¶ĂŸeren fĂŒrs Deckblatt, einen quadratischen fĂŒrs berufliche Profil. Beim Fotografen buchst du dafĂŒr ein Set, im Euroraum ĂŒblicherweise 80 bis 150 Euro.

Der andere Weg: 8 bis 15 Selfies vom Handy hochladen, ein Modell wird ausschließlich auf dein Gesicht trainiert, nach rund zwei Stunden bekommst du einen Link auf eine private Galerie mit PortrĂ€ts in mehreren Stilen. In Österreich gelten dieselben Preise wie in Deutschland.

Fotoklar-Pakete, Preise fĂŒr Österreich
PaketBilderStilePreis
Starter40419 €
Pro100829 €
Premium200849 €
Fotoklar-Pakete, Preise fĂŒr Österreich

Zwei Dinge, die du vorher wissen solltest: Ein KI-PortrĂ€t ist zulĂ€ssig, muss dir aber Ă€hnlich sehen — wo die Grenze zwischen Retusche und TĂ€uschung liegt, klĂ€rt Sind KI-Bewerbungsfotos erlaubt? Und weil beim Upload Gesichtsdaten ĂŒbertragen werden, lohnt vorher der Blick auf den Datenschutz bei KI-Bewerbungsfotos: Selfies und trainiertes Modell werden sieben Tage nach der Lieferung automatisch gelöscht, die Ergebnisse nach 30 Tagen — also lade sie dir herunter.

Checkliste

  1. Foto einplanen — ĂŒblich, nicht Pflicht. Im Zweifel dabeihaben.
  2. Oben auf Seite eins, neben dem Kontaktblock, konservativ rechts. Hochformat, Kopf und Schultern.
  3. Nicht ins Bewerbungsschreiben. Nicht zweimal groß in derselben Datei.
  4. Deckblatt nur bei vielen Beilagen oder in gestalterischen Berufen.
  5. Österreichisches Vokabular: Matura, Lehre, PrĂ€senzdienst, Karenz, JĂ€nner, AMS.
  6. Kontaktblock: Name, Adresse, Telefon, E-Mail; Geburtsdatum und StaatsbĂŒrgerschaft ĂŒblich, Familienstand optional.
  7. Alles in eine PDF — außer das Portal verlangt es anders. Dann gewinnt das Portal.
  8. Vor dem Export durchscrollen: Rutscht das Bild? Ist es verzerrt? Ist es dasselbe Gesicht wie auf dem Deckblatt?

Fazit

Das Foto im österreichischen Lebenslauf ist Konvention, kein Gesetz — aber es ist eine Konvention, die hier fester sitzt als in Deutschland. Setz es oben rechts auf Seite eins, halte es aktuell und freundlich, verzichte auf das Deckblatt, wenn du keinen konkreten Grund dafĂŒr hast, und schreib das Dokument in österreichischen Begriffen.

Was das Ganze kostet und welcher Weg zu welchem Budget passt, rechnet Bewerbungsfoto Kosten Österreich durch. Ob das AMS etwas davon ĂŒbernimmt, klĂ€rt Zahlt das AMS das Bewerbungsfoto? Und wenn es um die Bewerbung um eine Lehrstelle geht, gelten eigene Regeln — die stehen in Bewerbungsfoto fĂŒr die Lehre.

HĂ€ufige Fragen

Gehört in den österreichischen Lebenslauf ein Foto?

Üblich ja, verpflichtend nein. Ein Foto ist in Österreich Konvention und wird von den meisten Betrieben erwartet, gesetzlich vorgeschrieben ist es aber nicht. Wenn die Ausschreibung ausdrĂŒcklich keines will oder das Bewerbungsportal kein Feld dafĂŒr vorsieht, lĂ€sst du es weg.

Wohin kommt das Foto im österreichischen Lebenslauf?

In den oberen Bereich der ersten Seite, neben oder ĂŒber dem Kontaktblock — konservativ rechts oben. Es soll nicht mitten im Text sitzen und auf keinen Fall auf Seite zwei rutschen. Wenn du ein Deckblatt verwendest, gehört das große Bild dorthin und im Lebenslauf kann es entfallen.

Brauche ich in Österreich ein Deckblatt?

Nein. Ein Deckblatt ist optional und fĂŒr die meisten Stellen kein Vorteil. Sinnvoll ist es, wenn deine Unterlagen viele Beilagen enthalten oder wenn du dich in einem gestalterischen Beruf bewirbst und das Layout selbst eine Arbeitsprobe ist. In allen anderen FĂ€llen ist eine gute erste Lebenslaufseite wichtiger.

Wie unterscheidet sich ein österreichischer Lebenslauf von einem deutschen?

Der Aufbau ist fast identisch: eine bis zwei Seiten, antichronologisch, Foto oben auf Seite eins. Anders sind die Begriffe — Matura statt Abitur, Lehre statt Ausbildung, PrĂ€senz- oder Zivildienst statt Wehrdienst, Karenz statt Elternzeit, JĂ€nner statt Januar. Und das Foto wird in Österreich in der Praxis etwas selbstverstĂ€ndlicher erwartet.

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