fotoklar

Schweiz

Bewerbungsfoto Schweiz: Grösse, Erwartung, Kosten

In der Schweiz gehört ein Foto zum Bewerbungsdossier, auch wenn es keine Pflicht ist. Grösse, Erwartungen, Preisspanne und die Gratis-Angebote im Überblick.

8 Min. Lesezeit

Ein Bewerbungsfoto ist in der Schweiz keine Pflicht, aber die Regel. Erwartet wird ein aktuelles PortrĂ€t im Hochformat, Ausschnitt Kopf und Schultern, im Lebenslauf in der Grössenordnung 4,5 × 6,5 cm bis 6 × 9 cm. Beim Preis reicht die Spanne von gratis (in der Stadt ZĂŒrich, fĂŒr bestimmte Gruppen) ĂŒber CHF 39 bis 119 fĂŒr ein KI-Set und Studio-Einstiegsangebote ab rund CHF 49 bis 59 bis zu CHF 120 bis 250 fĂŒr eine richtige Session im Fotostudio.

Dieser Artikel ist die Übersicht fĂŒr den Schweizer Markt: was Konvention ist und was nur behauptet wird, was eine Personalverantwortliche tatsĂ€chlich sieht, und wie die drei Preiswege sich unterscheiden. Wie das Dossier drumherum aufgebaut wird – Reihenfolge, Titelblatt, PDF-Abgabe – steht ausfĂŒhrlich in Bewerbungsdossier Schweiz: Foto-Grösse und Titelblatt.

Pflicht ist es nicht, ĂŒblich schon

Rechtlich kann dich niemand zu einem Foto verpflichten, und es gibt Arbeitgeber, die ausdrĂŒcklich keines wollen, um Diskriminierung im Auswahlprozess zu vermeiden. Diese Firmen schreiben das in die Ausschreibung. Dann gilt die Ausschreibung, nicht die Konvention.

Der Job Coach von jobs.ch formuliert die Schweizer Praxis klar: hierzulande sei es «nach wie vor ĂŒblich, ein Foto auf dem Lebenslauf zu platzieren», und die Empfehlung lautet, eines zu verwenden, ausser die Stellenanzeige sage etwas anderes. Die Career Services der UniversitĂ€t ZĂŒrich nennen das Foto in ihrem Leitfaden zum Bewerbungsdossier optional, beschreiben aber ausfĂŒhrlich, wie es aussehen soll – was in der Praxis heisst: rechnet damit, dass eines drin ist.

Das ist der Punkt, an dem sich die Schweiz von Deutschland unterscheidet. Dort hat das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz von 2006 eine breite Bewegung zu fotolosen und anonymisierten Verfahren angestossen, auch wenn viele Betriebe weiter Fotos sehen. In der Schweiz ist diese Debatte nie so weit gekommen, dass sie die Konvention verdrÀngt hÀtte. Die Details des Vergleichs stehen in Bewerbungsfoto: Schweiz und Deutschland im Vergleich.

Was eine Schweizer Personalverantwortliche erwartet

Aus jobs.ch und den Career Services der UniversitĂ€t ZĂŒrich ergibt sich ein bemerkenswert konsistentes Bild:

  • Aktuell. Die Career Services nennen maximal zwei Jahre. Das Angebot der Stadt ZĂŒrich fĂŒr Jugendliche geht weiter und nennt maximal ein Jahr.
  • Farbig. Farbe wird gegenĂŒber Schwarz-Weiss bevorzugt, weil sie authentischer wirkt. Schwarz-Weiss ist nicht falsch, aber die Ausnahme.
  • Kopf und Schultern. Kein Ganzkörperbild, kein HalbportrĂ€t mit Armen, keine Szene.
  • Neutraler Hintergrund. Hell, ruhig, ohne Möbel und ohne Urlaubskulisse.
  • Kleidung wie beim GesprĂ€ch. Das Foto soll zeigen, wie du am Vorstellungstermin aussehen wĂŒrdest – branchengerecht, nicht verkleidet.
  • Freundlich, entspannt. Die Career Services sprechen von einem sympathischen Erscheinungsbild mit entspanntem, freundlichem LĂ€cheln. Wie viel LĂ€cheln angemessen ist, steht in LĂ€cheln auf dem Bewerbungsfoto.

Die schweizerische ZurĂŒckhaltung gilt auch fĂŒrs Bild. Ein PortrĂ€t, das inszeniert wirkt – dramatisches Licht, starke Retusche, Model-Pose – arbeitet hier gegen dich. Sachlich und gut gemacht schlĂ€gt auffĂ€llig.

Grösse und Format

VerwendungÜbliche GrösseAnmerkung
Lebenslauf4,5 × 6,5 cm bis 6 × 9 cm, HochformatBereich der Career Services der UniversitĂ€t ZĂŒrich
Lebenslauf, kompakte Varianteab etwa 4,5 × 6 cmhĂ€ufig genannter Wert im deutschsprachigen Raum
Titelblattbewusst grösserkeine belegte Zentimeternorm, siehe Dossier-Artikel
Druckauflösungmindestens 300 dpi4,5 × 6,5 cm entspricht rund 531 × 768 Pixel

Eine verbindliche Norm existiert nicht, und wer dir eine exakte Schweizer Vorschrift verkauft, erfindet sie. Die praktische Regel: Das Foto soll gut lesbar sein und darf den Inhalt des Lebenslaufs nicht verdrÀngen. Mehr zu Formaten und Pixelmassen steht in Bewerbungsfoto Grösse und Format.

FĂŒr die Platzierung im Lebenslauf und die Frage, ob Lebenslauf oder Titelblatt, gibt es einen eigenen Artikel: Lebenslauf Schweiz: Foto ja oder nein – und wohin?

Die drei Preiswege in der Schweiz

Gratis, mit Bedingungen. In der Stadt ZĂŒrich können Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit Wohnsitz in der Stadt beim JOB SHOP / INFO SHOP kostenlos ein Bewerbungsfoto machen lassen. FĂŒr Personen ĂŒber 25 wird auf den Schreibdienst der Stadt ZĂŒrich verwiesen. ZusĂ€tzlich bietet das Laufbahnzentrum an der Konradstrasse einen kostenlosen Bewerbungs-Check von 15 Minuten ohne Voranmeldung an, samstags am Vormittag. Wenn du in eine dieser Gruppen fĂ€llst, ist das der beste Weg – gratis, mit einem Menschen davor, und du bekommst gleich RĂŒckmeldung zum Dossier. Diese Angebote Ă€ndern sich: Stand Juli 2026, prĂŒfe es vorher auf der Website der Stadt.

Fotostudio. Einstiegsangebote beginnen bei rund CHF 49 bis 59 in ZĂŒrich, Bern, Basel, Luzern und St. Gallen; jobs.ch nennt professionelle Bewerbungsfotos ab CHF 50. Das ist aber ein anderes Produkt als eine richtige Session: die liegt ĂŒblicherweise bei CHF 120 bis 250, Premium-PortrĂ€ts darĂŒber. DafĂŒr bekommst du einen Termin, einen Menschen mit Blick fĂŒrs Licht und meist drei bis fĂŒnf ausgewĂ€hlte Varianten. Warum diese Preise zustande kommen, steht in Warum sind Bewerbungsfotos so teuer? Die vollstĂ€ndige Preisleiter von gratis bis ĂŒber CHF 250, samt Nebenkosten und dem Preis pro fertiger Bilddatei, steht in Bewerbungsfoto Schweiz Kosten.

KI-Set. Der dritte Weg, wenn du kein Studio buchen willst und in keine Gratis-Kategorie fĂ€llst. Bei Fotoklar lĂ€dst du 8 bis 15 Selfies vom Handy hoch, der Upload ist kostenlos und unverbindlich, und du wĂ€hlst den Preis erst danach: CHF 39 fĂŒr 40 Bilder, CHF 69 fĂŒr 100, CHF 119 fĂŒr 200 – einmalig, ohne Abo. Verarbeitet wird auf Servern in der EU-Region Frankfurt, ein kostenloser Neu-Durchlauf ist pro Auftrag enthalten, die hochgeladenen Selfies werden nach sieben Tagen automatisch gelöscht. Aus einem Set holst du dir beide Zuschnitte, die ein Schweizer Dossier braucht: den engeren fĂŒrs Hochformat im Lebenslauf und den grösseren fĂŒrs Titelblatt. Selfies hochladen und Stile ansehen

Verglichen wird hier bewusst mit dem Studioweg, nicht mit anderen KI-Anbietern: Der Unterschied liegt darin, dass Termin, Anfahrt und Nachbearbeitungszeit entfallen – nicht in Minuten gegen Minuten.

Wann das Studio die bessere Wahl ist

Drei FĂ€lle, in denen ich dir vom KI-Weg abrate:

  1. FĂŒhrungsposition oder öffentliche Rolle. FĂŒr ein PortrĂ€t, das spĂ€ter auf der Website des Unternehmens landet, lohnt der Fotograf.
  2. Du brauchst AbzĂŒge. Manche Branchen und viele Lehrstellen-Dossiers werden noch gedruckt eingereicht. Ein Studio liefert dir Papierbilder.
  3. Du hast keine brauchbaren aktuellen Aufnahmen. Jedes Verfahren, das aus deinen Selfies lernt, ist durch die QualitÀt dieser Selfies begrenzt. Wenn du nur alte, dunkle oder stark gefilterte Bilder hast, fehlt die Grundlage.

Wenn du selbst zum Handy greifen willst: das ist eine völlig legitime vierte Option, und in Bewerbungsfoto selber machen mit dem Handy steht, wie es sauber funktioniert.

Die PrĂŒfliste, bevor das Foto ins Dossier geht

Bevor du dich fĂŒr ein Bild entscheidest, gehe diese sechs Fragen durch. Sie fangen fast alle Probleme ab, die mir in Schweizer Dossiers auffallen.

  1. Erkennt man mich am Empfang? Die hÀrteste und wichtigste Frage. Wenn die Person am GesprÀchstermin kurz zögert, hat das Foto geschadet statt geholfen.
  2. Sieht der Hintergrund nach Wand aus, nicht nach Wohnzimmer? TĂŒrrahmen, Bilderrahmen, Vorhangfalten und Pflanzen lenken ab.
  3. Ist das Licht von vorne oder seitlich? Gegenlicht macht das Gesicht dunkel, eine Deckenlampe erzeugt Schatten unter den Augen.
  4. Passt die Kleidung zur Ausschreibung? Bank und Versicherung erwarten anderes als Gastronomie, Handwerk oder ein Startup in ZĂŒrich West.
  5. Ist das Bild scharf am Auge? Nicht an der Nase, nicht am Ohr. Unscharfe Augen lassen ein sonst gutes PortrÀt billig wirken.
  6. Wirkt die Retusche unsichtbar? Wenn man Bearbeitung erkennt, war sie zu stark. Hautstruktur darf bleiben.

Zwei praktische Hinweise dazu: Zeige dein Favoritenbild einer Person, die dich kennt, und einer, die dich nicht kennt – die eine prĂŒft die Ähnlichkeit, die andere den ersten Eindruck. Und behalte zwei Varianten: eine ruhigere fĂŒr konservative Branchen, eine offenere fĂŒr Startup- und Kreativumfelder. Wer mehrere Stellen anschreibt, braucht diese FlexibilitĂ€t ohnehin, und ein Set gibt sie dir ohne zweiten Termin.

Zwei Hinweise, die oft fehlen

Ein Bewerbungsfoto ist kein Passbild. KI-generierte Bilder sind fĂŒr amtliche Ausweisdokumente nicht zulĂ€ssig – nicht in der Schweiz, nicht in Deutschland, nicht in Österreich. FĂŒr IdentitĂ€tskarte oder Pass gehst du weiterhin an eine amtlich zugelassene Stelle.

Datenschutz ist eine berechtigte Frage. Ein Gesichtsbild ist ein biometrisches Datum. Wenn du wissen willst, worauf man bei Anbietern achtet, wo verarbeitet wird und wann gelöscht wird: KI-Bewerbungsfoto und Datenschutz.

Zusammenfassung

  • Foto ist in der Schweiz keine Pflicht, aber Konvention. Ausnahme: die Ausschreibung bittet ausdrĂŒcklich darum, keines beizulegen.
  • Lebenslauf: Hochformat, etwa 4,5 × 6,5 cm bis 6 × 9 cm, Kopf und Schultern, farbig, neutraler Hintergrund.
  • AktualitĂ€t ist das strengste Kriterium: maximal zwei Jahre, bei Jugendlichen maximal ein Jahr.
  • Preise Stand Juli 2026: gratis in ZĂŒrich fĂŒr bestimmte Gruppen, KI-Set CHF 39 bis 119, Studio-Einstieg ab CHF 49 bis 59, richtige Session CHF 120 bis 250.
  • ZurĂŒckhaltung schlĂ€gt Inszenierung. Das Bild soll zeigen, wie du am GesprĂ€chstermin aussiehst.

Wenn dein Dossier bis auf das Foto fertig ist: 8 bis 15 Selfies hochladen, Preis danach wĂ€hlen, in rund zwei Stunden liegt ein privater Galerie-Link in deinem Postfach – mit Zuschnitten fĂŒr Lebenslauf und Titelblatt in einem Durchgang. Zum Upload

Weiterlesen: Bewerbungsdossier Schweiz: Foto-Grösse und Titelblatt · Lebenslauf Schweiz: Foto ja oder nein · Bewerbungsfoto fĂŒr die Lehrstelle · Schweiz und Deutschland im Vergleich · Kleidung fĂŒrs Bewerbungsfoto

HĂ€ufige Fragen

Ist ein Bewerbungsfoto in der Schweiz Pflicht?

Nein. Verlangen kann es niemand, und einzelne Arbeitgeber bitten ausdrĂŒcklich darum, keines beizulegen. Üblich ist es trotzdem: der Job Coach von jobs.ch schreibt, hierzulande sei es nach wie vor ĂŒblich, ein Foto im Lebenslauf zu platzieren, und empfiehlt eines, sofern die Ausschreibung nichts anderes sagt.

Welche Grösse hat ein Bewerbungsfoto in der Schweiz?

Eine verbindliche Norm gibt es nicht. Die Career Services der UniversitĂ€t ZĂŒrich nennen fĂŒr den Lebenslauf einen Bereich zwischen 4,5 × 6,5 cm und 6 × 9 cm im Hochformat, Ausschnitt Kopf und Schultern. Auf einem Titelblatt darf das Foto deutlich grösser sein.

Was kostet ein Bewerbungsfoto in der Schweiz?

Einstiegsangebote starten je nach Stadt bei rund CHF 49 bis 59, eine richtige Session im Fotostudio liegt bei CHF 120 bis 250. jobs.ch nennt professionelle Bewerbungsfotos ab CHF 50. In der Stadt ZĂŒrich gibt es fĂŒr bestimmte Gruppen kostenlose Angebote. Stand Juli 2026.

Wie alt darf das Bewerbungsfoto sein?

So neu, dass man dich am Empfang wiedererkennt. Die Career Services der UniversitĂ€t ZĂŒrich nennen maximal zwei Jahre, das Angebot fĂŒr Jugendliche der Stadt ZĂŒrich sogar maximal ein Jahr. Nach einem deutlichen Wechsel bei Frisur, Brille oder Bart zĂ€hlt nur die neue Aufnahme.

Weiterlesen

← Alle Artikel

Bewerbungsfoto Schweiz: Grösse, Erwartung, Kosten