Schweiz
Lebenslauf Schweiz: Foto ja oder nein â und wohin?
Im Schweizer Lebenslauf ist ein Foto Konvention, aber nicht Pflicht. Wo es hingehört, wie gross es sein soll und wann du bewusst darauf verzichtest.
8 Min. Lesezeit
Kurz: Im Schweizer Lebenslauf ist ein Foto Konvention. Der Job Coach von jobs.ch schreibt, es sei hierzulande «nach wie vor ĂŒblich, ein Foto auf dem Lebenslauf zu platzieren», und empfiehlt eines, ausser die Stellenanzeige sage etwas anderes. Verpflichtet bist du nicht, und einzelne Arbeitgeber bitten ausdrĂŒcklich darum, keines beizulegen â dann gilt deren Wunsch.
Der wichtigere Teil der Frage ist meist nicht «ja oder nein», sondern wohin und wie gross. Genau da entstehen die meisten unsauberen Dossiers: ein zu grosses Foto oben links, ein zweites auf dem Titelblatt, und dazu ein Bild aus einer anderen Lebensphase. Dieser Artikel geht die Reihenfolge durch: Pflichtfrage, Platzierung, Grösse, und was rund ums Foto in einen Schweizer Lebenslauf gehört.
Warum die Antwort in der Schweiz anders ausfÀllt als in Deutschland
In beiden LĂ€ndern ist ein Foto rechtlich nicht erzwingbar. Der Unterschied liegt in der Entwicklung der Praxis.
In Deutschland hat das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz von 2006 dazu gefĂŒhrt, dass das Foto ausdrĂŒcklich als freiwillig gilt; grössere und international gefĂŒhrte Unternehmen setzen zunehmend auf anonymisierte Verfahren. In der Praxis sehen viele deutsche Betriebe weiter Fotos, aber die Norm ist erkennbar in Bewegung und ein Lebenslauf ohne Bild fĂ€llt nicht mehr auf.
In der Schweiz ist diese Bewegung nie so weit gekommen. Ratgeber von Stellenportalen und Beratungsstellen behandeln das Foto weiterhin als Teil eines vollstĂ€ndigen Dossiers. Ein Dossier ohne Bild wird nicht abgelehnt, aber es weicht sichtbarer von der Erwartung ab als in Deutschland. Der ausfĂŒhrliche Vergleich steht in Bewerbungsfoto: Schweiz und Deutschland im Vergleich.
Wann du bewusst ohne Foto bewirbst
Drei Situationen, in denen das Weglassen richtig ist â und eine, in der es nur bequem ist.
- Die Ausschreibung sagt es. Manche Arbeitgeber bitten ausdrĂŒcklich darum, kein Foto beizulegen, um Diskriminierung im Auswahlprozess zu vermeiden. Das ist eine bewusste Entscheidung des Unternehmens. Halte dich daran, auch wenn du ein gutes Bild hĂ€ttest.
- Das Portal will keines. Viele Bewerbungsportale haben ein eigenes Feld fĂŒrs Bild oder eben keines. Wo das Formular keinen Platz vorsieht, drĂ€ngst du keines hinein.
- Anonymisiertes Verfahren. Kommt in der Schweiz seltener vor als in Deutschland, aber es gibt es â vor allem in Teilen der öffentlichen Verwaltung und bei international gefĂŒhrten Auswahlprozessen. Dort ist das Bild nicht nur unnötig, sondern störend.
Und der Fall, der keine gute BegrĂŒndung ist: weil du gerade kein aktuelles Foto hast. Das ist verstĂ€ndlich, aber es ist eine LĂŒcke, kein Konzept. Wenn du dich innerhalb der Schweiz auf eine typische Stelle bewirbst und alle anderen Dossiers ein Bild haben, fĂ€llt dein fotoloses auf â und zwar nicht als Statement, sondern als unfertig.
Wohin das Foto kommt
Im Lebenslauf: in den oberen Bereich der ersten Seite, seitlich neben oder ĂŒber dem Kontaktblock. Konservative Vorlagen setzen es rechts oben; links oben ist ebenfalls gĂ€ngig, sofern das Layout darauf abgestimmt ist. Wichtig ist nur, dass es nicht mitten im Text sitzt und nicht auf Seite zwei rutscht.
Auf dem Titelblatt: Wenn dein Dossier ein Titelblatt hat, gehört das grosse Foto dorthin. Dann kannst du im Lebenslauf ganz darauf verzichten oder ein kleines wiederholen. Zwei grosse Fotos im gleichen Dossier wirken redundant und kosten Platz, den der Inhalt braucht. Wie ein Titelblatt aufgebaut wird, steht in Bewerbungsdossier Schweiz: Foto-Grösse und Titelblatt.
Nicht im Motivationsschreiben. Der Brief bleibt ein Brief. Ein Foto im Anschreiben wirkt in der Schweiz unruhig.
Grösse, Ausschnitt, Auflösung
| Merkmal | Ăbliche Angabe |
|---|---|
| Format | Hochformat, kein Querformat |
| Grösse im Lebenslauf | 4,5 Ă 6,5 cm bis 6 Ă 9 cm (Career Services UniversitĂ€t ZĂŒrich) |
| Kompakte Variante | ab etwa 4,5 Ă 6 cm |
| Ausschnitt | Kopf und Schultern |
| Farbe | Farbe wird gegenĂŒber Schwarz-Weiss bevorzugt |
| Alter | maximal etwa zwei Jahre |
| Druckauflösung | mindestens 300 dpi |
Eine verbindliche Schweizer Norm existiert nicht. Wer dir eine exakte Vorschrift nennt, hat sie sich ausgedacht. Die praktikable Faustregel: gross genug, dass man dein Gesicht erkennt, klein genug, dass die erste Seite noch nach Lebenslauf aussieht und nicht nach PortrÀtseite. Details zu Pixelmassen stehen in Bewerbungsfoto Grösse und Format.
Wenn du gerade ein Set brauchst und kein Studio buchen willst: Bei Fotoklar lĂ€dst du 8 bis 15 Selfies vom Handy hoch, der Upload ist kostenlos und unverbindlich, den Preis wĂ€hlst du danach â CHF 39, 69 oder 119 fĂŒr 40, 100 oder 200 Bilder, einmalig und ohne Abo. Praktisch fĂŒr ein Schweizer Dossier ist, dass du aus einem Set beide Zuschnitte holst: den engeren fĂŒrs Hochformat im Lebenslauf und den grösseren fĂŒrs Titelblatt. Selfies hochladen
Was rund ums Foto in einen Schweizer Lebenslauf gehört
Der Kontaktblock direkt neben dem Bild ist die andere Stelle, an der sich Schweizer LebenslĂ€ufe von deutschen unterscheiden. Nach den Career Services der UniversitĂ€t ZĂŒrich und den gĂ€ngigen Schweizer Ratgebern:
- Name, Adresse, Telefon, E-Mail â Standard.
- Geburtsdatum und NationalitĂ€t sind in der Schweiz ĂŒblich und werden erwartet, auch wenn sie formal freiwillig sind.
- Bei auslĂ€ndischer Staatsangehörigkeit gehört die Aufenthaltsbewilligung dazu (etwa B oder C). Das ist keine Neugier, sondern ein praktischer Filter fĂŒr den Arbeitgeber.
- Zivilstand ist verbreitet â in Deutschland heisst dasselbe Feld «Familienstand». Weglassen ist möglich und wird niemandem auffallen.
- Keine Unterschrift und kein Datum unter dem Lebenslauf. Das ist ein klarer Unterschied zu Deutschland, wo beides ĂŒblich ist.
- LĂ€nge: zwei bis maximal drei Seiten, antichronologisch â die aktuellste Station zuoberst.
Wie das Foto technisch in den Lebenslauf kommt
Der Schritt, an dem gute Bilder kaputtgehen. Vier Punkte:
Beschneide vor dem EinfĂŒgen, nicht danach. Schneide die Datei im VerhĂ€ltnis 3:4 zu und setze sie dann ins Dokument. Wenn du ein quadratisches Bild in einen rechteckigen Platzhalter ziehst, verzerrt Word oder Pages es â und verzerrte Gesichter fallen sofort auf, auch wenn niemand benennen kann, warum.
Behalte die Druckauflösung. Mindestens 300 dpi fĂŒr das Zielmass. FĂŒr 4,5 Ă 6,5 cm sind das rund 531 Ă 768 Pixel, fĂŒr 6 Ă 9 cm rund 709 Ă 1063 Pixel. Ein Dossier kann intern ausgedruckt und weitergegeben werden.
Komprimieren statt verkleinern. Wenn das PDF zu gross wird, reduziere die JPEG-QualitĂ€t, statt die Pixelmasse unter die Druckauflösung zu drĂŒcken. Als Richtwert fĂŒr das gesamte Dossier werden hĂ€ufig maximal 5 MB genannt, manche Portale setzen 2 MB.
Ein Rahmen ist optional, Schlagschatten nicht nötig. Eine feine Linie oder gar keine Umrandung wirkt in Schweizer Vorlagen am saubersten. Weiche Schatten und abgerundete Ecken sehen nach Vorlagensammlung aus.
Bei Online-Formularen gewinnt immer das Formular: Wenn ein Portal ein eigenes Feld fĂŒrs Foto hat, lade es dort hoch, statt es zusĂ€tzlich in den Lebenslauf zu setzen. Und wenn ein Portal Lebenslauf und Schreiben getrennt verlangt, halte dich daran, auch wenn die Schweizer Konvention ein zusammenhĂ€ngendes Dossier vorsieht.
Die vier Fehler, die ich am hÀufigsten sehe
Das alte Foto. Ein Bild aus einer anderen Frisurperiode ist wertlos, auch wenn es das beste ist, das du je hattest. Die PrĂŒffrage: WĂŒrde man mich daran am Empfang wiedererkennen?
Das Passbild. Ein biometrisches Passfoto ist neutral bis abweisend â genau das Gegenteil dessen, was ein Bewerbungsfoto leisten soll. Und umgekehrt gilt: Ein Bewerbungsfoto ist kein Passbild. KI-generierte Bilder sind fĂŒr IdentitĂ€tskarte und Pass nicht zulĂ€ssig.
Zu gross. Ein Foto, das ein Drittel der ersten Seite fĂŒllt, verdrĂ€ngt genau die Inhalte, die dich in die zweite Runde bringen.
Stilbruch. Foto, Schrift und Layout sollen wie ein Dokument aussehen. Ein modernes StudioportrÀt in einer Vorlage von 2011 wirkt zusammengeklebt.
Zusammenfassung
- Foto im Schweizer Lebenslauf: ĂŒblich und empfohlen, aber nicht Pflicht.
- Weglassen, wenn Ausschreibung, Portal oder Verfahren es so wollen â nicht, weil dir eines fehlt.
- Platzierung: oben auf der ersten Seite neben dem Kontaktblock, konservativ rechts. Bei Titelblatt gehört das grosse Bild dorthin.
- Grösse: 4,5 à 6,5 cm bis 6 à 9 cm, Hochformat, Kopf und Schultern, farbig, maximal zwei Jahre alt.
- Nebenan im Kontaktblock: Geburtsdatum, NationalitÀt, gegebenenfalls Bewilligung, kein Datum, keine Unterschrift.
Wenn nur noch das Foto fehlt: 8 bis 15 Selfies hochladen, Preis danach wÀhlen, in rund zwei Stunden liegt ein privater Galerie-Link im Postfach. Ein kostenloser Neu-Durchlauf ist pro Auftrag enthalten, die Selfies werden nach sieben Tagen automatisch gelöscht. Zum Upload
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HĂ€ufige Fragen
Gehört ins Schweizer CV ein Foto?
Ăblicherweise ja. Der Job Coach von jobs.ch schreibt, es sei hierzulande nach wie vor ĂŒblich, ein Foto im Lebenslauf zu platzieren, und empfiehlt eines, sofern die Ausschreibung nichts anderes verlangt. Pflicht ist es aber nicht.
Wann bewirbst du dich besser ohne Foto?
Wenn die Ausschreibung oder das Bewerbungsportal ausdrĂŒcklich kein Foto will, wenn du dich in einem anonymisierten Verfahren bewirbst, oder wenn du dich aus einem anderen Land auf eine international gefĂŒhrte Stelle bewirbst, in der fotolose Dossiers Standard sind. Im Zweifel gilt immer die Ausschreibung.
Wohin kommt das Foto im Schweizer Lebenslauf?
Ăblich ist der obere Bereich der ersten Seite, seitlich neben dem Kontaktblock, konservativ meist rechts oben. Wenn du ein Titelblatt verwendest, kann das grosse Foto dort stehen und im Lebenslauf ganz entfallen â zwei grosse Fotos im gleichen Dossier wirken redundant.
Wie gross soll das Foto im CV sein?
Die Career Services der UniversitĂ€t ZĂŒrich nennen fĂŒr den Lebenslauf einen Bereich zwischen 4,5 Ă 6,5 cm und 6 Ă 9 cm im Hochformat, Ausschnitt Kopf und Schultern. Eine verbindliche Schweizer Norm gibt es nicht.
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